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Laura Bonitz

September 2013 - April 2014

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Erfahrungsbericht

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Die Fundación ist eine Einrichtung für Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung. Derzeit besuchen ca. 30 Personen im Alter zwischen 16 und 45Jahren den Verein. Zur Gründung vor 5 Jahren war die Fundación nur für Erwachsene geplant.

Das Haus der Fundación wird täglich von Teresa bzw. mir in ihrer Abwesenheit um 8.00Uhr geöffnet. In den ersten anderthalb Stunden werden die verschiedenen Patios gefegt und die drei Bäder des Hauses gereinigt, wobei dies von den Beschäftigten selbst mit Unterstützung einer Lehrerin durchgeführt wird. Um 9.30Uhr beginnt dann die erste Unterrichtseinheit. Diese wird um 10.30Uhr durch eine Pause mit Erfrischungsgetränk oder einem Snack beendet. Um 11Uhr beginnt die zweite Unterrichtseinheit und endet um 12Uhr mit dem Aufstellen der Tische und Stühle zur Einnahme des Mittagessen. Dieses wird dann zwischen 12.45Uhr und 13.30Uhr eingenommen. Nach dem Zähneputzen und reinigen des Hofes, beginnt die dritte Unterrichtseinheit um 14Uhr. Diese wird wieder durch eine kurze Pause unterbrochen und um 15Uhr beginnt die letzte Unterrichtseinheit des Tages. Nachdem die vier Klassenräume im oberen Stockwerk aufgeräumt wurden, ist der Arbeitstag der Lehrerinnen um 16.30Uhr beendet. Neben den 5 Lehrerinnen der Fundación (eine arbeitet nur nachmittags) arbeiten noch eine Küchenangestellte, eine Sekretärin und eine Physiotherapeutin in der Einrichtung. Die Physiotherapeutin bekommt jedes Jahr Praktikantinnen der Universität an die Seite, die im Laufe des Vormittags Physiotherapie, Hydrotherapie und Massagen anbieten. Für diese Angebote verfügt die Fundación über eine sehr gute Ausstattung (Laufband, Massageliegen und -geräte, Geräte zur Elektrotherapie).

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An den verschiedenen Teilen dieses Prozesse können sich alle Personen in der Fundación beteiligen, dadurch kann ich auch mit allen arbeiten. Es gab noch einiges an bemaltes recyceltes Papier, aus welchem ich in Tradition der anderen Freiwilligen kleine Bücher mit den Beschäftigten hergestellt habe.

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Auch das neu hergestellte Papier soll unter anderem dafür verwendet werden. Außerdem habe ich mit dem recycelten Papier ein Memory-Spiel unter der Thematik Typisches in Ecuador hergestellt. Darüber hinaus habe ich ein Mensch-Ärger-Dich-Nicht-Spiel gebastelt, da ich in einem Bericht gelesen habe, dass diese Materialien der anderen Freiwilligen verschollen sind. Toi,toi,toi- bisher sind meine Materialien nicht verschollen. Mit den kleinen Büchern, die wir hergestellt haben, haben wir in der vergangenen Woche an einem Wettbewerb zur Arbeit mit recycelten Material teilgenommen. Leider konnten wir keine der drei Premien für uns gewinnen. Trotzdem haben wir bei dieser Veranstaltung und auch bei verschiedenen Veranstaltungen der MIES einige unserer Werke ausgestellt und verkauft. Diese Einnahmen fallen allerdings sehr gering aus. Ähnlich verhält es sich mit dem Wäscherei-Service, den die Fundación außerdem anbietet. Ich habe bisher nur einen Kunden miterlebt. Neben den Unterrichtseinheiten helfe ich bei der Ausgabe des Mittagessen und habe die Aufgabe übernommen zu kontrollieren, dass alle Personen im Anschluss ihre Zähne putzen.

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Auf ihrer Reise in Chile hat Teresa verschiedene Einrichtungen für Menschen mit Behinderung besucht und kam mit vielen Ideen zurück nach Riobamba. Auf einer der monatlichen Reunion, bei der alles Anstehende im Team besprochen wird, hat sie diese Ideen den Lehrerinnen vorgestellt. Leider wurden die meisten Ideen nur mit einem Nasenrümpfen aufgenommen. Eine Idee kam mir jedoch sehr sinnvoll vor, da ich diese aus so ziemlich allen deutschen Förderschulen kenne. Dabei handelte es sich um eine Tafel, die die verschiedenen Aufgaben innerhalb der Woche festhält und die Personen der Fundación den einzelnen Aufgaben zuteilt. Also habe ich den Lehrerinnen erklärt, dass es dies in Deutschland sehr häufig gibt und wie wir die verwenden. In der darauffolgenden Woche habe ich die Tafel gebastelt, das Foto zeigt das fertige Werk.

Bisher werden die Bilder der Personen der Fundación jede Woche ausgetauscht und damit andere Aufgaben ausgeführt.

Mir macht die Arbeit in der Fundación viel Spaß, auch wenn ich anfangs vor allem Probleme hatte die Beschäftigten zu verstehen und nicht wusste wo ich eigentlich helfen kann oder soll. Besonders beeindruckend ist für mich das Engagement von Teresa der Direktorin, die für ihre Fundación alles in Bewegung setzt. Sie scheut sich sogar nicht davor den Vizepräsidenten auf einer offiziellen Veranstaltung ihr Anliegen zu schildern. Dahingegen hält sich das Engagement der Lehrerinnen eher in Grenzen. Sie verlassen häufig den Raum innerhalb einer Unterrichtseinheit über längere Zeit oder die Jugendlichen und Erwachsen sitzen im Hof anstatt im Unterricht. Jedoch ist der Umgang mit den Personen sehr freundlich und herzlich. Ich habe den Eindruck die Jugendlichen und Erwachsen freuen sich täglich auf die Fundación und den Austausch mit ihren Freunden dort. Trotz diesem sehr geschützten Rahmen ist mir an verschiedenen Stellen auch das Thema Integration bzw. Inklusion begegnet. Wir sind beispielsweise über einen Zeitraum von ca. 6 Wochen einmal die Woche in eine in der Nachbarschaft liegende Schule gegangen, um allgemein über Behinderung zu sprechen. Es war sehr interessant sich die Vorträge der Lehrerinnen anzuhören, da ich schlecht einschätzen konnte, was sie überhaupt über Behinderung wissen, da sie zumeist keine sonderpädagogische oder pädagogische Ausbildung haben. Vor diesem Hintergrund waren die Vorträge sehr gut aufbereitet. Neben diesen Besuchen kommen am Nachmittag verschiedene Praktikanten im Alter zwischen 17 oder 18 Jahren aus einer anderen Schule in die Fundación. Sie sollen an verschiedenen Stellen Unterstützung leisten. Auch ich habe eine Praktikantin an die Seite bekommen.

Neben der Arbeit in der Fundación habe ich auch schon einiges von Ecuador gesehen. Ich habe einige der Vulkane aus der Avenida de Volcanes bestaunt, war in Cuenca (eine der schönsten Städte in Ecuador), habe einige Lagunen gesehen und die „Mitte der Welt“ besucht. Die Gastfreundschaft der Ecuadorianer ist sehr groß und zumeist gibt es viel zu viel zu essen.

Laura

PROTECCIÓN Y DESCANSO
Förderverein für Behinderte in Ecuador e.V.
info@proteccion-descanso.de
 
 

Fundación PROTECCIÓN Y DESCANSO
Orozco entre Autachi y Arrayanes
Riobamba, Chimborazo,  Ecuador
Telefon +593.32948005
 

"Protección y descanso"
Förderverein für Behinderte in Ecuador e.V.
Sparkasse Minden Lübbecke
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